[Zitat] James Lindsay über Critical Race Theory als Religion

Die Leute fragen mich immer wieder und sagen: „Der Marxismus funktioniert nicht“, „Er ist nicht gut genug“, „Der Marxismus lässt sich nicht aufhalten“, „Er kommt immer wieder zurück“. Warum?

Und das ist die Antwort.
Die Antwort ist, weil der Marxismus spirituelle Fragen für verbitterte Menschen beantwortet, die nichts zustande bringen. Er beantwortet spirituelle Fragen für Menschen, die Jobs machen, die sie nicht gerne machen, die im Leben nicht weiterkommen, die sehen, wie andere Menschen weiterkommen, von denen sie denken, dass sie es nicht verdienen, weiterzukommen. Und der Marxismus ist die Antwort auf diese Fragen.

Es soll eine geistige Erneuerung stattfinden.
Im Marxismus lautet die Idee „work makes you free“, auf Deutsch: „Arbeit macht frei“.
Sie macht dich zu einem freien, unabhängigen Menschen, der nicht mehr von irgendetwas in der Welt abhängig ist. Und so haben wir einen Haufen Menschen, denen diese geistige Erneuerung gestohlen wird. Dieser spirituelle Weg, die Fähigkeit, sich selbst als einen Menschen, als sich selbst und als einen Schöpfer zu erkennen, der für sich selbst und für seine Gesellschaft produziert, was in einer kommunistischen Utopie kontinuierlich ineinander übergehen sollen.
Das wird uns von diesen Leuten gestohlen.
Und diese Menschen haben etwas geschaffen, das man Ideologie nennt und das eine gigantische Mythologie ist, die ihre Vorherrschaft rechtfertigt. Das ist genau das, was die „kritische Rassentheorie“ besagt, wie die Gesellschaft funktioniert. Das grundlegende Funktionsprinzip der Gesellschaft ist nach der kritischen Rassentheorie der Rassismus, der von weißen Menschen zu ihrem eigenen Vorteil geschaffen wurde. Und das ist der Punkt, an dem wir, wie ich vorhin schon sagte, von der Klasse zur Rasse übergehen, wenn wir die Rasse als Konstrukt für das Verständnis aller Ungleichheit in den Mittelpunkt stellen, dann wird die weiße Vorherrschaft zur übergreifenden Ideologie, zur Mythologie, die erklärt, warum Menschen, die einen „Zugang zum Weißsein“ haben, zu einer rassischen Oberschicht gehören und Menschen, die keinen „Zugang zum Weißsein“ haben, nicht.

Deshalb gibt es zum Beispiel Dinge wie „kulturelle Aneignung“. Weiße Menschen gehören dazu, sie haben das geschaffen, sie sind in der oberen Kaste der Gesellschaft gemäß der kritischen Rassentheorie. Sie haben sich selbst unrechtmäßig dorthin gebracht durch die Ausbeutung anderer Menschen, durch Dinge wie Sklaverei.
Ein Beispiel, das ich gerne anführe, weil es ein heißeres Eisen ist, als Sie vielleicht denken, ist, dass der Rock’n’Roll von Leuten wie Elvis Presley geschaffen wurde, indem sie den Blues von den Schwarzen stahlen, die dann nur noch mehr Blues zu sehen bekamen, aber keine großen Ikonen wurden. Natürlich ist das nicht das, was wirklich passiert ist. Ein großer Teil des Blues, ich meine, das ist mit Elvis Presley passiert, aber der Blues wurde riesig, und wir haben große Blues-Ikonen wie BB King usw., die für das, was sie taten, sehr bekannt waren.

(…)

Was sie tatsächlich tun, ist, genau diese Denkstrukturen zu reproduzieren, die jetzt die Rasse, anstelle der Klasse in den Mittelpunkt stellt, und das ist sehr offensichtlich, wenn man versteht, was Marx über Ideologie dachte.
Diese Ideologie ist die Gesamtheit der Ausreden, eine große Mythologie.“

James Lindsay

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Alexander Wendt über identitätspolitische Stammeskulturen und Rituale [Zitat]

„Es ergab sich also schon vor ihrer Flut- und SMS-Affäre das Bild einer Politikerin
[Anne Spiegel, Anmerk.], die es für naheliegend hielt, ihr Ministerium zu einem Vorposten ihrer Partei auszubauen, so, wie sie auch in Themenwahl und Wording immer darauf achtete, zuallererst das eigene Milieu zu bedienen. Schon vor ihrem Amtsantritt in Berlin erklärte sie es zu ihrem wichtigen Anliegen, eine einheitliche Gendersprache in allen Gesetzestexten und Erklärungen der Ampelkoalition durchzusetzen.

Außerhalb einer urbanen grünenaffinen Schicht hält das zwar niemand für eine drängende gesellschaftliche Frage. In den Vierteln mit 25 Prozent Grünenwählerschaft und mehr beschäftigen sich tatsächlich sehr viele mit dem gerechten Schreiben und Sprechen. Überhaupt lässt sich mit einer Art Sozialethnologie überhaupt erst verstehen, warum so viele, ja eigentlich fast alle Grünenpolitiker sich so obsessiv Gegenständen widmen, für die es außerhalb sehr enger Milieugrenzen kein Interesse und oft noch nicht einmal den nötigen Begriffsapparat gibt. Das gilt für Spiegels gegenderte Gesetzestexte und Pressemitteilungen genauso wie für Annalena Baerbocks Wasserstoffdiplomatie und Ricarda Langs Body Positivity bis zur Forderung Katrin Göring-Eckardts nach einer Parlamentspoetin. Draußen mag so etwas als Orchideenthema gelten. Drinnen erfüllt es die Funktion eines gemeinschaftsstiftenden Rituals, dem sich bei Strafe der Nichtwiederaufstellung bei der nächsten Wahl niemand entziehen kann.

Politiker, die mit Hilfe der zentralurbanen Wähler aufsteigen wollen, müssen sich zwingend auf zwei Teilgesellschaften konzentrieren, in denen radikal andere Regeln gelten als im restlichen Land. Zum einen ist das die Partei, die diese Wählerschaft bedient, vor allem aber über die entscheidenden Listenplätze bestimmt. Die Grünen lassen sich am ehesten als straff organisierte Stammeskultur beschreiben, in der alles von der Zugehörigkeit zu einem Fügel, einem Geschlecht, einem lokalen Netzwerk und außerdem von der nötigen Medienaffinität abhängt. ‚Straff‘ meint vor allem: Neben der Zugehörigkeit sind auch noch bestimmte Rituale streng zu beachten und bestimmte Regelverstöße, selbst kleine, strikt zu vermeiden.

Die Glaubensgemeinschaft verzeiht es der einen grünen Politikerin großzügig, dass sie zum Ausstieg aus der fossilen Energie aufruft, aber privat zum Eisessen nach Kalifornien düst, sie vergibt einen Hochstaplerlebenslauf, sieht das private Hummeressen einer Hamburger Justizsenatorin auf Malta und auf Steuerzahlerkosten grundsätzlich entspannt, und fordert aus den eigenen Kreisen auch nicht die Demission einer Ministerin, die in einer Hochwassernacht einfach abtaucht. Aber das kulturell aneignende Trigger-Wort ‚Indianerhäuptling‘ hätte die Berliner Spitzengrüne Bettina Jarasch parteiintern fast aus der Kurve getragen.

Mindestens genauso überlebenswichtig wie die Zufriedenstellung der eigenen Parteigremien ist die Konzentration auf den anderen entscheidenden Pol: die wohlmeinenden Medien. Auch dort unterscheiden sich Rituale, Sprachregelungen, Themensetzungen und Karrierewege nachhaltig von dem Rest des Landes. Beide Bereiche, grünes Parteigeflecht und Berliner Medienbetrieb, folgen also jeweils sehr stark eigenen Regeln. Aber beide Terrains gleichen einander sehr. Auch für viele Hauptstadtjournalisten spielen wiederum zwei Bezugspunkte die wichtigste Rolle: zum einen Journalisten und zum anderen großstädtisch-progressive Freunde und Bekannte, die sogenannte Peer Group, deren Lob und Tadel einem Redakteur im Zweifel wichtiger ist als die Auflage des eigenen Blattes. Angesichts der Auflagenentwicklung richtet sich der Blick vieler Medienschaffender außerdem auf den Apparat von Politik und Organisationen, die sicher finanzierte Sprecher- und Beraterpositionen zu vergeben haben.“

Alexander Wendt

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[Zitat] Stephen Hawking über die Manipulation am menschlichen Genom

„Fast alle Zukunftsvisionen, die uns dargeboten werden, sind im wesentlichen statisch. Meistens skizzieren sie eine Gesellschaft, die in den Wissenschaften, in Technik und politischer Organisation der unsrigen weit voraus ist. Gewaltige Veränderungen, Spannungen und Umstürze müssen irgendwann in der Zeit zwischen dem Heute und dem Später stattgefunden haben. Und immer dann, wenn wir die Zukunft zu sehen bekommen, sollen Wissenschaft, Technik und Gesellschaftsordnung schon perfekt sein. Ich möchte diese Vorstellung in Frage stellen und anzweifeln, ob wir jemals einen stabilen Endzustand von Wissenschaft und Technik erreichen werden. Zu keinem Zeitpunkt während der etwa 10 000 Jahre seit der letzten Eiszeit hat sich die Menschheit in einem Zustand gleichbleibenden Wissens und unveränderter Technik befunden. Nirgendwo ist das einleuchtender als auf dem Gebiet der Genetik. Unser Körper ist das bei weitem komplexeste System, das wir kennen.(…)

In den letzten 10 000 Jahren hat es in der menschlichen DNS keine Veränderung von Belang gegeben. Aber es ist wahrscheinlich, daß wir sie im nächsten Jahrtausend vollkommen umstrukturieren können. Selbstverständlich werden viele Menschen ein Verbot der Manipulation am menschlichen Genom fordern, aber ich bezweifle stark, daß sie es verhindern können. Genmanipulation an Pflanzen und Tieren wird aus wirtschaftlichen Gründen erlaubt werden, und zwangsläufig wird es irgend jemand auch am Menschen versuchen. Vorausgesetzt wir schaffen uns keine totalitäre Weltordnung, wird einer irgendwann irgendwo optimierte Menschen erschaffen.Gewiß wird die Entwicklung derart optimierter Menschen große soziale und politische Probleme mit sich bringen, vor allem im Verhältnis zu nichtoptimierten Menschen. Ich befürworte die Genmanipulation am Menschen nicht. Ich sage nur, daß sie in den kommenden 1000 Jahren wahrscheinlich wird – ob wir wollen oder nicht.

Deswegen glaube ich auch nicht an Science-fiction wie in “Star Trek”, wo Menschen in 400 Jahren im wesentlichen genauso aussehen und sich genauso verhalten wie heute. Ich bin davon überzeugt, die menschliche DNS wird ihre Komplexität ziemlich rasant steigern. In gewisser Hinsicht muß die Menschheit ihre geistigen und physischen Fähigkeiten verbessern, wenn sie sich mit einer zunehmend komplexen Welt um sie herum auseinandersetzen will und wenn sie sich neuen Herausforderungen wie etwa der Raumfahrt stellen möchte. Wenn biologische Systeme ihren Vorsprung vor elektronischen behalten wollen, müssen diese ohnehin ihre Komplexität erhöhen. Momentan haben Computer noch einen Vorteil in der Geschwindigkeit, sie zeigen allerdings keine Anzeichen von Intelligenz. Das ist nicht weiter überraschend, denn unsere Computer von heute sind weniger komplex als das Hirn eines Regenwurms, eine Spezies, die bisher nicht wegen ihrer Geisteskraft gerühmt wird.Computer folgen allerdings Moores Gesetz, das besagt, die Geschwindigkeit und Komplexität von Computern werde sich alle 18 Monate verdoppeln. Das kann offensichtlich nicht unendlich so weitergehen. Es wird sich aber so lange fortsetzen, bis Computer eine dem menschlichen Hirn ähnliche Komplexität erreicht haben. Manche meinen, daß Rechner niemals “wahre” Intelligenz besitzen werden, was immer das auch sein mag. Doch ich denke, wenn sehr komplizierte chemische Moleküle im Menschen auf eine Weise funktionieren können, die sie intelligent macht, dann können gleichermaßen komplizierte elektronische Stromkreise auch Computer veranlassen, sich intelligent zu verhalten. Und sobald sie intelligent sind, können sie voraussichtlich selbst Computer konstruieren, die noch größere Komplexität und Intelligenz aufweisen. Aus diesem Grund traue ich der Science-fiction-Phantasie einer fortgeschrittenen, aber unveränderlichen Zukunft nicht. Statt dessen erwarte ich einen rasanten Zuwachs an Komplexität, sowohl in der biologischen als auch in der elektronischen Sphäre. Wenig davon wird in den nächsten 100 Jahren geschehen, und das ist immerhin alles, was man seriös voraussagen kann. Aber am Ende des nächsten Jahrtausends – sofern die Menschheit bis dorthin gelangt – werden die Veränderungen fundamental sein.“

Stephen Hawking

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[Zitat] Joey B Toonz über Absurditäten und Idiotie im Internet

„Was zur Hölle ist das denn?
Ein Mädchen an einem Tisch in der Schule oder sowas. Mit einem Telefon im Mund. Das war’s. Das ist das Video. Nur das Telefon in ihrem Mund. 24 Millionen Follower und ein ganzer Account mit Videos, in denen sie absolut nichts macht. Das ist alles, was nötig ist. Das ist alles, was man braucht, Leute. Ihr wollt berühmt sein? Macht nichts.
Je weniger Mühe ihr euch gebt, desto mehr wird euch diese Generation feiern und bewundern. Stellt euch vor, das Netz würde zusammenbrechen. Innerhalb einer Woche würden sich diese Leute auf dem Boden ihrer Wohnzimmer in den Armen liegen und weinen. Diese Menschen würden ohne das Internet sterben.“

(…)

„Aber wisst Ihr, die gute Nachricht ist, dass ein niemals endender Nachschub an Idiotie durch das Internet gepumpt wird, während wir sprechen. Millionen und Abermillionen von Uploads von Leuten, die Dinge tun, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in unserer Gesellschaft als beschämend für die Familie angesehen worden wären. Es wäre den Familien peinlich, wenn man ihren Namen in der Familie erwähnen würden, niemand würde mehr nach ihnen fragen. Sie wären einfach nur traurig und beschämt, dass du weißt, dass sich die Kinder, die sie lieben, so entwickelt haben.

Aber was jetzt?
Jetzt werden diese Leute von der Welt gefeiert und haben ihre Sponsoren. Und weißt du was, es gibt Menschen, die genauso sein wollen wie sie.“

Joey B Toonz

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[Zitat] Victor Kravchenko über Menschen, die vergessen haben wie man singt

„Auf einem Schlachtfeld sterben die Menschen schnell, sie wehren sich, sie werden von ihrer Kameradschaft und ihrem Pflichtgefühl gestützt. Hier sah ich Menschen, die in Einsamkeit langsam und grausam starben, ohne den Vorwand, sich für eine Sache zu opfern. Sie waren gefangen und zum Verhungern zurückgelassen worden, jeder in seinem Haus, aufgrund einer politischen Entscheidung, die in einer fernen Hauptstadt an Konferenz- und Banketttischen getroffen wurde. (…)

Der schrecklichste Anblick waren die kleinen Kinder mit skelettierten Gliedmaßen, die aus ballonartigen Bäuchen baumelten. Der Hunger hatte jede Spur von Jugend aus ihren Gesichtern getilgt und sie in gequälte Wasserspeier verwandelt; nur in ihren Augen lag noch die Erinnerung an die Kindheit. Überall fanden wir Männer und Frauen auf dem Bauch liegend, mit aufgedunsenen Gesichtern und Bäuchen, die Augen völlig ausdruckslos. Auf der Rückfahrt ins Dorf überkam mich Wut. Mitten in der Hungersnot wird Butter ins Ausland geschickt! In London, Berlin, Paris sah ich vor meinem geistigen Auge Menschen, die Butter mit einem sowjetischen Markenzeichen aßen. „Sie müssen reich sein, um Butter verschicken zu können“, höre ich sie sagen. „Hier, Freunde, ist der Beweis für den Sozialismus in Aktion.“ Als ich durch die Felder fuhr, hörte ich nicht die schönen ukrainischen Lieder, die mir so am Herzen lagen. Diese Menschen hatten vergessen, wie man singt. Ich hörte nur noch das Stöhnen der Sterbenden und das Schmatzen der fetten Ausländer, die unsere Butter genießen…“

Victor Kravchenko

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