[Zitat] Gustave Le Bon – das sozialistische Glücksideal

“Der philosophische Unsinn gewisser allgemeiner Grundanschauungen war nie ein Hindernis für ihren Triumph. Dieser Triumph scheint sogar nur dann möglich zu sein, wenn sie irgendwelchen geheimnisvollen Unsinn enthalten. Die offenbare geistige Armut der sozialistischen Lehren der Gegenwart wird nicht verhindern, dass sie sich der Massenseele einpflanzen. Ihre wahre Unzulänglichkeit im Vergleich zu jedem religiösen Glauben besteht einzig darin: Da das Glücksideal, das der Glaube in Aussicht stellte, nur in einem zukünftigen Leben verwirklicht werden sollte, so konnte niemand diese Verwirklichung bestreiten; da das sozialistische Glücksideal sich auf Erden verwirklichen soll, so wird die Nichtigkeit der Verheißungen sogleich bei den ersten Verwirklichungsversuchen an den Tag treten, und der neue Glaube wird jeden Einfluss verlieren. Seine Macht wird also nur bis zum Tage seiner Verwirklichung wachsen. Und deshalb wird die neue Religion, wie alle früheren, zunächst eine zerstörende Tätigkeit ausüben, ohne, wie sie, später eine schöpferische Rolle übernehmen zu können.”

Gustave Le Bon

Quellennachweis:

Gustave Le Bon (1841-1931),
französischer Mediziner, Anthropologe, Psychologe und Soziologe


Gustave Le Bon
Psychologie der Massen

ISBN: 978-3-86820-026-3
NIKOL Verlag 2015
Übersetzung von Rudolf Eisler (1911)

Seite 136


https://de.wikipedia.org/wiki/Gustave_Le_Bon

https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologie_der_Massen

Zuletzt aufgerufen am 23.11.2018


 

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