Albert Camus über den Kampf des Sisyphos

Albert Camus

„Ich lasse Sisyphos am Fuße des Berges zurück! Man findet immer wieder zu seiner Last zurück. Doch Sisyphos lehrt jene höhere Treue, die die Götter verneint und Felsen emporhebt. Auch er kommt zu dem Schluss, dass alles gut ist. Dieses Universum, das fortan ohne Herrn ist, erscheint ihm weder unfruchtbar noch sinnlos. Jedes Atom dieses Steins, jeder mineralische Teil dieses von der Nacht erfüllten Berges bildet in sich selbst eine Welt. Schon der Kampf selbst, hinauf zu den Höhen, genügt, um das Herz eines Menschen zu erfüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“

Albert Camus

Quellennachweis:

Albert Camus (1913-1960), französischer Schriftsteller, Philosoph und Religionskritiker. 1957 erhielt er für sein publizistisches Gesamtwerk den Nobelpreis für Literatur.

 


Aus:

Albert Camus – Le Mythe de Sisyphe (Deutsch: Der Mythos des Sisyphos),
1942 

„I leave Sisyphus at the foot of the mountain! One always finds one’s burden again. But Sisyphus teaches the higher fidelity that negates the gods and raises rocks. He too concludes that all is well. This universe henceforth without a master seems to him neither sterile nor futile. Each atom of that stone, each mineral flake of that night-filled mountain, in itself forms a world. The struggle itself toward the heights is enough to fill a mans heart. One must imagine Sisyphus happy.“


„Ich lasse Sisyphos am Fuße des Berges zurück! Man findet immer wieder zu seiner Last zurück. Doch Sisyphos lehrt jene höhere Treue, die die Götter verneint und Felsen emporhebt. Auch er kommt zu dem Schluss, dass alles gut ist. Dieses Universum, das fortan ohne Herrn ist, erscheint ihm weder unfruchtbar noch sinnlos. Jedes Atom dieses Steins, jeder mineralische Teil dieses von der Nacht erfüllten Berges bildet in sich selbst eine Welt. Schon der Kampf selbst, hinauf zu den Höhen, genügt, um das Herz eines Menschen zu erfüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“

Übersetzung: www.skynetblog.de


„Ich lasse Sisyphos am Fuße des Berges! Man findet seine Last immer wieder. Aber Sisyphos lehrt die höhere Treue, die die Götter leugnet und die Steine wälzt. Auch er findet, daß alles gut ist. Dies Universum, das nun keinen Herrn mehr hat, kommt ihm weder unfruchtbar noch nichtig vor. Jeder Gran dieses Staubs, jeder mineralische Splitter dieses nächtlichen Berges ist an sich eine Welt. Schon der Kampf selbst, hinauf zu den Höhen, genügt, um das Herz eines Menschen zu erfüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.
(Übersetzung von Hans Georg Brenner)

 


Bild: skynetblog
Name: Sisyphos
Erstellt: 2026 (by Grok)
Lizenz: CC BY 4.0

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