Bertrand Russell über Marxismus als Philosophie des Unglücks

Bertrand Russell„Ich denke, eines der Probleme der Welt ist die Gewohnheit, dogmatisch an das eine oder andere zu glauben. Ich denke, all diese Dinge sind voller Zweifel, und ein vernünftiger Mensch wird sich nicht allzu sicher sein, dass er Recht hat. Ich denke, wir sollten unsere Meinungen immer mit einem gewissen Maß an Zweifel betrachten. Ich möchte nicht, dass die Menschen dogmatisch an irgendeine Philosophie glauben, nicht einmal an meine – nicht einmal an meine.

Nein, ich denke, wir sollten unsere Philosophie akzeptieren, also mit einem gewissen Maß an Skepsis. Was ich denke, ist Folgendes: Wenn eine Philosophie Glück bringen soll, sollte sie von freundlichen Gefühlen inspiriert sein. Nun ist Marx nicht von freundlichen Gefühlen inspiriert. Marx gab vor, das Glück des Proletariats zu wollen; was er wirklich wollte, war das Unglück der Bourgeoisie.

Und wegen dieses negativen Elements, wegen dieses Elements des Hasses, führte diese Philosophie zu einer Katastrophe. Eine Philosophie, die Gutes bewirken soll, muss von freundlichen Gefühlen inspiriert sein und nicht von unfreundlichen Gefühlen“

Bertrand Russell

Quellennachweis:

Bertrand Arthur William Russell, 3. Earl Russell  (1872-1970), war ein britischer Philosoph, Mathematiker und Logiker. Er unterrichtete unter anderem am Trinity College der Universität Cambridge, der London School of Economics, der Harvard University und der Peking-Universität und war Mitglied der Cambridge Apostles und der Fabian Society. 1950 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

wikipedia.de 


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Russell am California Institute of Technology in Pasadena (1929)

 

„You see, I think one of the troubles of the world has been the habit of dogmatically believing something or other. And I think all these matters are full of doubt, and the rational man will not be too sure that he’s right. I think we ought always to entertain our opinions to some measure of doubt. I shouldn’t wish people dogmatically to believe any philosophy, not even mine, not even mine.

No, I think we should accept our philosophy, so the measure of doubt. What I do think is this: if a philosophy is to bring happiness, it should be inspired by kindly feeling. Now Marx is not inspired by kindly feeling. Marx pretended that he wanted the happiness of the proletariat; what he really wanted was the unhappiness of the bourgeois.

And it was because of that negative element, because of that hate element, that philosophy produced disaster. Philosophy, which is to do good, must be one inspired by kindly feeling and not by unkindly feeling.“

Video (YouTube)

Der Clip stammt aus dem TV-Gespräch „A Conversation with Bertrand Russell“, das 1952 in seinem Haus in Surrey für die NBC‑Reihe „Wisdom“ aufgezeichnet und anlässlich seines 80. Geburtstags am 18. Mai 1952 ausgestrahlt wurde. Das Interview führte Romney Wheeler.


Transkript und Übersetzung: www.skynetblog.de

 

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