[Studie] Die Veränderungen des Arbeitsmarktes

Industrie 4.0

2013 veröffentlichten Dr. Carl Benedikt und Dr. Michael Osborne von der Oxford Universität ihre Untersuchungen über die Veränderungen des US-Amerikanischen Arbeitsmarktes. In ein bis zwei Jahrzehnten könnten ihrer Prognose nach 47 Prozent der Angestellten US-Amerikaner ihren Arbeitsplatz verlieren. Und damit ihr Einkommen.


2015 haben die Volkswirte der ING-Diba Bank Carsten Brzeski und Inga Burk ihre Studie “Die Roboter kommen” veröffentlicht. Sie haben das Modell zur Berechnung der Wahrscheinlichkeit von Benedikt und Osborne (2013) auf den deutschen Arbeitsmarkt übertragen. Ihre Prognose besagt, dass 59 Prozent (oder 18,3 Millionen) der deutschen Angestellten ihren Arbeitsplatz in Zukunft verlieren könnten. Ihre Auswertung basiert auf den Zahlen der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit.

Die Roboter kommen.

“Basierend auf einer wissenschaftlichen Studie von Frey und Osborne (2013) über die Wahrscheinlichkeit der Robotisierung des amerikanischen Arbeitsmarktes haben wir anhand der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit nach der Klassifikationder Berufe (KldB 2010) den deutschen Arbeitsmarkt untersucht. Von den 30,9 Millionen in dieser Studie berücksichtigten sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten sind demnach 18,3 Millionen Arbeitsplätze, bzw. 59%, in ihrer jetzigen Form von der fortschreitenden Technologisierung in Deutschland bedroht.”
(Brzeski und Burk 2015, Seite 1)

“Wenn wir die verfügbaren Arbeitsmarktdaten für Deutschland mit den von Frey und Osborne berechneten Wahrscheinlichkeiten kombinieren, stellt sich heraus, dass 59% oder über 18 Millionen Arbeitsplätze gefährdet sind. Betrachtet man die neun Funktionsklassen (Tabelle 1), so unterliegen administrative Tätigkeiten
wie Sekretäre oder Sachbearbeiter dem höchsten Risiko (86%), gefolgt von Hilfsarbeitstätigkeiten (85%). Mechaniker, Fahrzeugführer und Maschinenbediener folgen mit 69%-iger Wahrscheinlichkeit.”
(Brzeski und Burk 2015, Seite 2)

“Obwohl im Laufe der Zeit 59% der untersuchten Arbeitsplätze ersetzt werden könnten, wird es dadurch nicht zu einem abrupten Arbeitsplatzverlust kommen. Vielmehr vollzieht sich dieser Übergang schleichend. Der Übergang hat schon begonnen.”
(Brzeski und Burk 2015, Seite 3)

Die Erfahrungen mit früheren technologischen (oder auch, wie nach der Wiedervereinigung, politischen) Veränderungen zeigen allerdings auch, dass es unrealistisch ist zu glauben, dass Arbeitskräfte, die durch Roboter freigesetzt werden, einfach in anderen Bereichen eingesetzt werden können. Dieser Wandel wird Gewinner kennen, aber leider auch Verlierer.
(Brzeski und Burk 2015, Seite 3)


Quellennachweise:

The Future of Employment:
How Susceptible are Jobs to Computerisation?

Dr. Carl Benedikt Frey und Dr. Michael A. Osborne
University of Oxford (September 17, 2013)

Download: The Future of Employmen – September 2013 (PDF, 1,1 MB)


Die Roboter kommen 2015 –
Folgen der Automatisierung für den deutschen Arbeitsmarkt

Carsten Brzeski und Inga Burk

ING-Diba Bank
Economic Research 30. April 2015


 

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