ARD ZDF und der (mögliche) Bestätigungsfehler

[Bild des Monats #September2019]
ARD ZDF und der (
mögliche) Bestätigungsfehler

Für die Studie „Old, Educated, and Politically Diverse: The Audience of Public Service News“ (PSM) wurden in Deutschland 2022 Personen u.a. nach ihrer Selbsteinschätzung gefragt. Sie sollten sich selber auf einer Sieben-Punkte-Skala von „ganz links“ bis „ganz rechts“ platzieren.

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Synchrone Nachrichtenfrequenz (Michael Haller)

[Bild des Monats #Juni2019] Synchrone Nachrichtenfrequenz

 

Die Grafik zeigt einen Gesamtjahresüberblick aller Beiträge von tagesschau.de und Spiegel Online zum Thema Flüchtlinge im Jahr 2015.



Diese Kurve bildet erstens den zunächst geringen Stellenwert des Themas und dann die Dramatik der sich überstürzenden Ereignisse und der damit verbundenen Konflikte ab. Auffallend ist, dass die Kurve der Nachrichtenfrequenz zwischen den beiden Webmedien überraschend synchron verläuft, wobei tagesschau.de in der Hochphase den Output von Spiegel Online kurzfristig überholt.

Dieser parallele Verlauf lässt sich mit der Wettbewerbssituation (beide wollen möglichst aktuell möglichst viele News bringen) und mit den für Newsseiten spezifischen Verarbeitungsroutinen (derselbe Input und Newsmanagement) erklären. Eine Rolle spielt vermutlich auch das ähnliche, die Handhabung der Nachrichtenfaktoren prägende Rollen- und Funktionsverständnis des professionellen Newsjournalismus. Stichproben (welt.de und focus.de; siehe auch Teil 3) zeigen, dass Unterschiede im politischen Selbstverständnis der Redaktionen offenbar keinen Einfluss haben.

(Haller et al., OBS 2017, Seite 17)
(Hervorhebungen von skynetblog.de)


Anmerk. Wettbewerbssituation:
Es lässt sich kein Unterschied feststellen, obwohl die ARD (tagesschau.de) von Gebühren finanziert wird. Dennoch zeigt tagesschau.de dasselbe Marktverhalten“, wie die  Konkurrenten, die sich von Werbung/Verkäufen/Abonnenten/usw. finanzieren müssen.
Wenn dem so ist, dass die Verarbeitungsroutinen identisch sind, ist der öffentliche Rundfunk keine Alternative (mehr) zu den privaten Medien.


Bildnachweis / Quellennachweis:

Michael Haller
Die Flüchtlingskrise in den Medien

Haller et al., OBS 2017
Seite 18

https://www.otto-brenner-stiftung.de/fileadmin/user_data/stiftung/02_Wissenschaftsportal/03_Publikationen/AH93_Fluechtingskrise_Haller_2017_07_20.pdf


 

[Studie] Nutzerverhalten in sozialen Netzwerken (Twitter 2016)

59% der Nutzer des sozialen Netzwerkes Twitter, lesen die Inhalte die sie mit anderen Nutzern teilen nicht. Damit werden nur noch die Schlagzeilen, also Frames verbreitet. Die Inhalte werden zu einer Nebensache, zu einem beliebigen Content. Es wird sichtbar, dass es den Nutzern wichtiger ist, DAS sie etwas teilen (Ich teile, also bin ich) und nicht mehr WAS sie mit anderen Teilen. Die Informationen, um die es bei Nachrichten gehen sollte, werden dabei nicht mehr wahrgenommen. Eine narzisstische Mediengesellschaft?

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Wie entsteht eine Konsonanz in den Massenmedien? (1)

Wie entsteht eine Konsonanz in den Massenmedien? (1)

Der erste Teil erklärt wie eine Konsonanz (Gleichklang) innerhalb der Massenmedien entstehen kann und bezieht sich auf den Artikel über den Vortrag von Dr. Uwe Krüger (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Universität Leipzig). Dieser Beitrag beginnt mit einer kurzen Wiederholung aus meinem Text über den Vortrag “Mainstream” von Dr. Uwe Krüger. Ich empfehle zum besseren Verständnis den Vortrag anzusehen, bevor Sie diesen Beitrag lesen. In diesem Beitrag werde ich auf den letzten Teil seines Vortrages eingehen und diesen Ergänzen.
Zwei mögliche Erklärungen für eine (natürliche) Konsonanz in den Massenmedien sind das Propagandamodell und die Indexing-Hypothese.

Der zweite Teil beschreibt die Dissonanz, die zwischen dem Publikum und den Medien entstehen kann und welche Folgen diese Dissonanz haben könnte.


Wie entsteht eine Konsonanz in den Massenmedien? (1)
Warum entstehen Dissonanzen zwischen Sender und Empfänger? (2)

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[Studie] Die Griechen provozieren!

Für die Otto-Brenner-Stiftung (OBS) der IG Metall, haben Prof. Dr. Kim Otto, Andreas Köhler (M.A.) und Kristin Baars (B.A.) die Studie “Die Griechen provozieren!” erstellt. In der Studie wurden die Nachrichtensendungen “Tagesschau” und “heute”, sowie die Sondersendungen “Brennpunkt” und “ZDF spezial” des Jahres 2015 analysiert und die Berichterstattung zur griechischen Staatsschuldenkrise diesen Sendungen untersucht. Es wurden nicht ARD und ZDF Sendungen im Allgemeinen untersucht.

“Die Griechen provozieren!” ist die zweite Studie über die Berichterstattung im Zusammenhang mit der griechischen Staatsschuldenkrise von Prof. Dr. Kim Otto und Andreas Köhler. Im März 2016 veröffentlichten sie ihre Untersuchung Berichterstattung deutscher Medien in der griechischen Staatsschuldenkrise.

In zwei folgenden Teilen beschreibe ich die Kritik der Sender ARD und ZDF, die öffentlich in Presseerklärungen geäußert wurde. Ich habe die Sender angeschrieben und gefragt, mit welchen konkreten Zahlen sie ihre Kritik, die Studie hätte “methodische Mängel” begründen können. Die Antworten wären ein Fall für den ARDfaktenfinder.

Teil 1. [Studie] Die Griechen provozieren!
Teil 2. ARD und ZDF – Die Kritik der kritisierten Sender
Teil 3. Die Berichterstattung der ARD über Donald Trump

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[Studie] Die Veränderungen des Arbeitsmarktes

Industrie 4.0

2013 veröffentlichten Dr. Carl Benedikt und Dr. Michael Osborne von der Oxford Universität ihre Untersuchungen über die Veränderungen des US-Amerikanischen Arbeitsmarktes. In ein bis zwei Jahrzehnten könnten ihrer Prognose nach 47 Prozent der Angestellten US-Amerikaner ihren Arbeitsplatz verlieren. Und damit ihr Einkommen.


2015 haben die Volkswirte der ING-Diba Bank Carsten Brzeski und Inga Burk ihre Studie “Die Roboter kommen” veröffentlicht. Sie haben das Modell zur Berechnung der Wahrscheinlichkeit von Benedikt und Osborne (2013) auf den deutschen Arbeitsmarkt übertragen. Ihre Prognose besagt, dass 59 Prozent (oder 18,3 Millionen) der deutschen Angestellten ihren Arbeitsplatz in Zukunft verlieren könnten. Ihre Auswertung basiert auf den Zahlen der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit.

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Wahlbeteiligung (Teil 6.2) Nichtwähler

Wahlbeteiligung, Wähler und Nichtwähler. (Teil 6.2) Nichtwähler

Mit diesem Betrag über Nichtwähler wird die kleine Serie über das Thema politische Partizipation weiter fortgesetzt. Es ist der zweite Teil über Wahlbeteiligung. Im ersten Teil wurde gezeigt, dass es eine Tendenz “abnehmender Wahlbeteiligung” gibt. Dieser Beitrag erweitert das Thema Wahlbeteiligung um die Befragungen von “Nichtwählern”.
Vier Untersuchungen werden kurz vorgestellt, die sich mit dem Thema Nichtwähler befassen, um einen Überblick über die Motive zu ermöglichen. (Teil 6.2)

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Wahlbeteiligung (Teil 6.1) Wähler

Wahlbeteiligung, Wähler und Nichtwähler. (Teil 6.1) Wähler

Nach den Themen Rückgang der Parteimitglieder, politisches Interesse, Politikverdrossenheit und politisch motivierte Kriminalität (PMK) bringt dieser Beitrag einen weiteren Aspekt bei der Betrachtung der politischen Partizipation. (Teil 6.1)

In der Statistik über die Wahlbeteiligung an den Bundestagswahlen bis 2013 ist ein Trend zu erkennen. Die Wahlbeteiligung nimmt ab. Damit eine allgemeine Politikverdrossenheit gleichzusetzen, oder andere einzelne Punkte dafür Verantwortlich zu machen, wird nicht funktionieren. So gibt es Bürger, die es durchaus als einen politischen Akt sehen, nicht Wählen zu gehen. Das wäre das genaue Gegenteil von politischen Desinteresse. Und es gibt Wähler die eigentlich Nichtwähler sind und ihre Stimme ungültig machen.

Zunächst ein Blick auf die Ergebnisse der Bundestagswahl 2013 (Wähler) und dann im zweiten Teil folgen einige Untersuchungen über Nichtwähler (Teil 6.2).

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[Gutachten] Auswirkungen von CETA (Martin Nettesheim)

Hier finden Sie das Gutachten von Professor Dr. Martin Nettesheim (Universität Tübingen), dass im Auftrag des “Staatsministeriums des Landes Baden-Württemberg” erstellt wurde. Untersucht wurden “Die Auswirkungen von CETA auf den politischen Gestaltungsspielraum von Ländern und Gemeinden”.

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Politisch motivierte Kriminalität (PMK)

Politisch motivierte Kriminalität (PMK) bezeichnet zunächst einmal ein Erfassungssystem für Straftaten, dass die “Tatbestände der Staatsschutzdelikte” umfasst. Auch wenn die “Umstände der Tat und oder die Einstellung des Täters” als Anhaltspunkte für ein Staatsschutzdelikt angesehen werden können, kann die Tat als politisch Motiviert gelten. (Teil 5).

Politisch motivierte Kriminalität (PMK) und politisch motivierte Gewalt nehmen zu.
Die Zahlen aus dem aktuellen Verfassungsschutzbericht belegen diesen Trend.

Eine veröffentlichte Studie (Klaus Schroeder/Monika Deutz-Schroeder, 2015) zeigt die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zum Thema Linksextremismus”. Hier geht
es im Schwerpunkt um den “Extremismusbegriff”.
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[Studie] Niedermayer – Parteimitglieder 2015

Prof. Dr. Oskar Niedermayer hat eine Studie veröffentlicht, die das Thema: “Parteimitglieder in Deutschland (Version 2015)” untersucht. Er ist Professor für politische Wissenschaft an der Freien Universität Berlin und forscht u. a. zu Parteien- und Wahlforschung.

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[Studie] Stopp-TTIP-Proteste in Deutschland

Das Göttinger Institut für Demokratieforschung hat im Januar 2016 eine Untersuchung über die “Stopp-TTIP-Proteste in Deutschland” veröffentlicht. Dabei geht es um eine Untersuchung ohne vorherige konkrete wissenschaftliche Fragestellung (explorativ). Es wurden Befragungen zu drei Demonstrationen (München 2015, Garmisch 2015 und Berlin 10.10.2015) durchgeführt, bei denen es sich nicht um repräsentative Befragungen handelt.

“Die Resultate sagen nur etwas aus über die tatsächlich Befragten, nicht aber über die Protestformation als solche.” (Finkbeiner et al., 2016)

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[Studie] Medien und die griechische Schuldenkrise

Prof. Dr. Kim Otto und Andreas Köhler haben im Auftrag des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung eine Studie erstellt, die sich mit der Berichterstattung deutscher Medien in der griechischen Staatsschuldenkrise” befasst.
Nachdem Anfang Mai 2016 die Studie der European School of Management and Technology (ESMT) veröffentlicht wurde, in der der Nachweis geführt wird, dass über
95 % des Geldes aus den Rettungsprogrammen für Griechenland an Banken gezahlt wurde, folgt jetzt eine weitere Studie zum Thema Griechenland.

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[Studie] Rettungsprogramme für Griechische Banken

Die European School of Management and Technology (ESMT) hat am 04. Mai 2016 eine Studie veröffentlicht, in der nachgewiesen wird, dass über 95 % des Geldes aus den Rettungsprogrammen für Griechenland an Banken gezahlt worden ist.

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