Medienkompetenz – Wiederholungen und Wahrheitseffekt

Wenn Sie ein Gedicht oder eine mathematische Formel auswendig lernen wollen, dann ist es eine bekannte und bewährte Lernmethode, den Text oder die Formel wiederholt zu lesen. Dieselbe Methode kann aber auch dann wirksam werden, wenn wir den Text nicht lernen wollen. So kennen die meisten Medienkonsumenten eine kurze Melodie oder den Text eines Liedes aus der Werbung oder den gesprochenen Textanteil einer Werbung („Wer hat’s erfunden?“). Aber nicht nur die Werbeindustrie nutzt diese Methode für ihre Botschaften („Geiz ist Geil“).

Auch Werbeslogans der politischen Parteien wiederholen immer wieder die gleichen leeren Sprechblasen und Parolen, zum Beispiel „Deutschland geht es gut“, „Die Renten sind sicher“ oder „Mehr Bildung“, „Yes we can“ („Wir schaffen das“). Wie ich in dem Beitrag über die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und ihren Werbeslogan „sozial ist, was Arbeit schafft“ bereits beschrieben habe, werden diese Public Relations (PR) Kampagnen (Beispiel: Fachkräftemangel) seit Jahren mit vielen Millionen Euro finanziert. Und diese (politischen) Werbebotschaften bleiben trotz fehlenden Inhalts auf der Agenda und entfalten eine Wirksamkeit (Narrative).

In diesem Beitrag wird der Effekt der Wiederholung beschreiben und wie dieser Effekt als Methode genutzt werden könnte (…), um den Einfluss des Senders (zum Beispiel Werbung von Unternehmen oder Parteien) auf die Entscheidungstendenzen von Medienkonsumenten oder Wählern (Empfänger) zu vergrößern oder auch verändern zu können.

    • Wiederholung (Lernmethode)
    • der Wahrheitseffekt (Psychologie)
    • Wiederholung als Mittel der Rhetorik
    • Priming und Wiederholungen

Dieser Beitrag ist Teil der (neuen) Serie zum Thema Medienkompetenz“.

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[Zitat] George Orwell über das Ziel von Neusprech

Begreifst du denn nicht, dass Neusprech nur ein Ziel hat, nämlich den Gedankenspielraum einzuengen?

Zu guter Letzt werden wir Gedankendelikte buchstäblich unmöglich machen, weil es keine Wörter mehr geben wird, um sie auszudrücken. Jeder Begriff, der jemals benötigt werden könnte, wird durch exakt ein Wort ausgedrückt sein, dessen Bedeutung streng definiert ist und dessen sämtliche Nebenbedeutungen eliminiert und vergessen sind. Schon jetzt, in der elften Auflage, sind wir nicht mehr weit davon entfernt. Aber der Prozess wird auch dann noch weitergehen, wenn wir beide längst tot sind. Mit jedem Jahr werden die Wörter immer weniger und der Bewusstseinsspielraum wird immer kleiner werden. Natürlich gibt es auch heute schon keinerlei Grund oder Entschuldigung für ein begangenes Gedankendelikt. Das ist lediglich eine Frage der Selbstdisziplin, der Realitätskontrolle. Aber schließlich wird auch das nicht mehr nötig sein. Die Revolution wird vollendet sein, wenn die Sprache perfekt ist.
Neusprech ist Engsoz und Engsoz ist Neusprech! ()

Hast du schon einmal überlegt, Winston, dass allerspätestens im Jahr 2050 auch nicht ein einziger Mensch mehr leben wird, der so eine Unterhaltung wie unsere jetzt verstehen könnte?“


Syme (Sprachwissenschaftler und Spezialist für Neusprech) zu Winston Smith

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[Vortrag] Rainer Mausfeld – Wie werden politische Debatten gesteuert?

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Prof. Dr. Rainer Mausfeld
Wie werden politische Debatten gesteuert?” Methoden, Wirkung und Hintergründe

Theater Leo17 in München | 04. Juni 2018


Eine konstituierte öffentliche Debatte beinhaltet
von sich aus bereits die Möglichkeit manipuliert zu werden, aufgrund der Struktur, wie sie entstanden ist.
Rainer Mausfeld
decodiert in seinem Vortrag diese Strukturen der Meinungsbildung.

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[Vortrag] Dr. Uwe Krüger – “Mainstream” Innenkonform statt außenplural?

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Der Vortrag von Dr. Uwe Krüger “Mainstream – Innenkonform statt außenplural?
Aufgaben einer kritischen Journalistik”
wurde am 23.01.2017 in Hamburg im Rahmen der
Ringvorlesung: “Lügenpresse” – Medienkritik als politischer Breitensport (WiSe 16/17) aufgenommen und auf der Internetseite der Universität Hamburg veröffentlicht.

In seinem Vortrag definiert der Journalist und Medienwissenschaftler Dr. Uwe Krüger zunächst den Begriff “Mainstream” und beschreibt anschließend zwei verschiedene Modelle, die ihrerseits erklären können, wie ein “Mainstream” in den Massenmedien entstehen kann.
Ein weiterer Punkt des Vortrages ist die Berichterstattung in Deutschland zu den Themen:

  • Euro-Maidan (Ukraine)
  • Schuldenkriese (Griechenland)
  • Flüchtlingskrise (Deutschland)

Ein absolut sehenswerter Vortrag.

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[Vortrag] Lügenpresse (Ringvorlesung 2016/2017)

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“Lügenpresse” – Medienkritik als politischer Breitensport

Die Ringvorlesung “Lügenpresse” – Medienkritik als politischer Breitensport (Wintersemester 2016/2017) wurde von Prof. Dr. Volker Lilienthal (Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur für Praxis des Qualitätsjournalismus) und Prof. Dr. Irene Neverla (Professur für Kommunikationswissenschaft), beide vom Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Hamburg, organisiert. Die Reihe startete im Oktober 2016 im Rahmen der “Augstein Lectures” und umfasst 15 Vorträge von Journalisten und Wissenschaftlern.

“In dieser Ringvorlesung, Auftakt zur neuen Reihe „Augstein Lectures“, wollen die Veranstalter den Ursachen für die radikale Glaubwürdigkeitskrise, in der der Journalismus steckt, nachforschen und möglichst auch Antworten geben, was dagegen getan werden könnte – um die Akzeptanz von Journalismus als Institution gesellschaftlicher Selbstreflexion, als Frühwarnsystem, als kritische Instanz in einer freien Gesellschaft zu retten.” (Universität-Hamburg.de)


Ringvorlesung 2016/2017

30.01.2017
Prof. Dr. Heribert Prantl
(Mitglied der Chefredaktion der ‘Süddeutschen Zeitung’)
Trotz alledem. Von der Ehrenrettung eines systemrelevanten Berufs

Vielen Dank an die Veranstalter und die Universität Hamburg für die Organisation der Ringvorlesung und die Veröffentlichung der Videos.

 

[Zitat] Ulrich Teusch – die Ursache ist systemischer Natur

“Der eigentliche Grund für den unbefriedigenden Gesamtzustand sind nicht die einzelnen Journalisten. Der eigentliche Grund ist ein Mediensystem, das es dem einzelnen Journalisten immer schwerer macht, wahrhaftig und nach bestem Wissen und Gewissen zu berichten.
Die Ursache der Misere liegt nicht in massenhaften individuellen Verfehlungen oder Unzulänglichkeiten, die Ursache ist systemischer Natur.”

Ulrich Teusch

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[doku] Das Märchen vom Fachkräftemangel (2014)

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Die Story im Ersten: Der Arbeitsmarktreport – das Märchen vom Fachkräftemangel
[ARD2014]

Der Fachkräftemangel ist omnipräsent und gefährdet “unseren” Wohlstand.
Bedrohliche Schlagzeilen VDI-Studie: Ingenieurmangel kostet deutsche Wirtschaft Milliarden” oder auch IW-Studie: Fachkräfte-Mangel in 96 Berufsgruppen” finden sich fast jede Woche in verschiedenen Medienformaten. Wichtig dabei ist die andauernde Medienpräsenz des Themas. Welche Fachkräfte an welchen Standorten fehlen, bleibt dabei manchmal im Dunkeln. Und dabei kommen auch immer wieder Begriffe wie Experten, Arbeitskräftemangel, Fachkräfteengpass und Fachkräftemangel durcheinander.

Die Dokumentation aus der Reihe Die Story im Ersten erklärte schon im Juli 2014, wie der Schwindel mit den fehlenden Fachkräften funktioniert. Dessen ungeachtet, wird das Märchen vom Fachkräftemangel immer noch weiter verbreitet, während die Unternehmen Jahr für Jahr ihre Gewinne steigern können. Mit welcher Formel wird eigentlich der Mangel an Fachkräften berechnet?

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