Medienkompetenz – Wiederholungen (Update)

Medienkompetenz – Wahrheit durch Wiederholung (Update)

In dem Beitrag Medienkompetenz – Wiederholungen und Wahrheitseffekt wurde ausführlich beschrieben, dass: „Versuchspersonen nur durch das Zuhören und ohne eigenes aktives Handel ein neues Wort lernen konnten. Dazu wurde ihnen in einem Zeitrahmen von 14 Minuten ein Wort 160 mal wiederholt vorgespielt. Die Neurowissenschaftler konnten anschließend durch einen Scan des Gehirns nachweisen, dass sich neue Verbindungen im Gehirn entwickelt hatten, die dem neuen Wort zugeschrieben werden konnten und die sich in ihrer Struktur nicht von anderen Worten unterscheiden ließen, die von den Versuchspersonen zum Beispiel in ihrer Kindheit gelernt wurden.“ (Yury Shtyrov et al. 2010)

  • In diesem Beitrag ein Update dazu, dass ein vergleichbarer Effekt auch mit Bildern funktioniert (Gomez et al. 2019)
  • Und am Ende noch ein kurzer Vortrag [Video] über „sich wiederholende Pattern“ in der Popmusik von Colin Morris. (Off Topic)

Wenn wir Gebäude, Bäume, Berge oder Gesichter ansehen, wird der Reiz im visuellen Cortex unseres Gehirns verarbeitet. Je nachdem, was wir betrachten, werden unterschiedliche Regionen im Gehirn angesprochen und aktiviert. Dies kann durch bildgebende Verfahren, wie zum Beispiel dem PET (Positronen-Emissions-Tomographie) [1] nachgewiesen werden. Die Regionen für Wörter- oder Gesichtserkennung sind bei den meisten Personen an nahezu der gleichen Stelle im Gehirn aktiv.

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Medienkompetenz – Wiederholungen und Wahrheitseffekt

Wenn Sie ein Gedicht oder eine mathematische Formel auswendig lernen wollen, dann ist es eine bekannte und bewährte Lernmethode, den Text oder die Formel wiederholt zu lesen. Dieselbe Methode kann aber auch dann wirksam werden, wenn wir den Text nicht lernen wollen. So kennen die meisten Medienkonsumenten eine kurze Melodie oder den Text eines Liedes aus der Werbung oder den gesprochenen Textanteil einer Werbung („Wer hat’s erfunden?“). Aber nicht nur die Werbeindustrie nutzt diese Methode für ihre Botschaften („Geiz ist Geil“).

Auch Werbeslogans der politischen Parteien wiederholen immer wieder die gleichen leeren Sprechblasen und Parolen, zum Beispiel „Deutschland geht es gut“, „Die Renten sind sicher“ oder „Mehr Bildung“, „Yes we can“ („Wir schaffen das“). Wie ich in dem Beitrag über die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und ihren Werbeslogan „sozial ist, was Arbeit schafft“ bereits beschrieben habe, werden diese Public Relations (PR) Kampagnen (Beispiel: Fachkräftemangel) seit Jahren mit vielen Millionen Euro finanziert. Und diese (politischen) Werbebotschaften bleiben trotz fehlenden Inhalts auf der Agenda und entfalten eine Wirksamkeit (Narrative).

In diesem Beitrag wird der Effekt der Wiederholung beschreiben und wie dieser Effekt als Methode genutzt werden könnte (…), um den Einfluss des Senders (zum Beispiel Werbung von Unternehmen oder Parteien) auf die Entscheidungstendenzen von Medienkonsumenten oder Wählern (Empfänger) zu vergrößern oder auch verändern zu können.

    • Wiederholung (Lernmethode)
    • der Wahrheitseffekt (Psychologie)
    • Wiederholung als Mittel der Rhetorik
    • Priming und Wiederholungen

Dieser Beitrag ist Teil der (neuen) Serie zum Thema Medienkompetenz“.

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