„Aber irgendwie weiß ich, dass man nur dann, wenn es dunkel genug ist, die Sterne sehen kann.“

Martin Luther King jr.

Quellennachweis:

Dr. Rev. Martin Luther King Jr. (1929-1968),
US-amerikanischer Baptistenpastor und Bürgerrechtler, er erhielt 1964 den Friedensnobelpreis und wurde am 4. April 1968 bei einem Attentat erschossen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther_King


Martin Luther King

Martin Luther King, 1964
Photo from the Nobel Foundation archive.

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Aus der Rede:

I’ve Been to the Mountaintop
03. April 1968  |  Mason Temple (Church of God in Christ Headquarters)  |  Memphis, Tennessee

Rede im engl. Original:
https://www.americanrhetoric.com/speeches/mlkivebeentothemountaintop.htm


“Ich bin auf dem Gipfel des Berges gewesen” (Auszug)

Und ich würde Martin Luther beobachten, wie er die 95 Thesen an die Kirchentür in Wittenberg nagelt. Aber ich würde dort nicht stehenbleiben. Ich würde vordringen zum Jahr 1863 und beobachten, wie ein unschlüssiger Präsident mit dem Namen Abraham Lincoln schließlich zu der Überzeugung gelangt, dass er die Emanzipationsproklamation unterzeichnen muss. Aber ich würde dort nicht stehenbleiben. Ich würde vordringen zu den frühen dreißiger Jahren und sehen, wie ein Mann mit dem Problem des nationalen Bankrotts ringt. Und wie er beschwörend ausruft, dass wir nichts außer der Furcht zu fürchten haben. Aber ich würde dort nicht stehenbleiben.

So seltsam es anmuten mag: ich würde mich an den Allmächtigen wenden und sagen: “Wenn Du mir erlaubst, nur ein paar Jahre in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts zu leben, dann bin ich glücklich.” Freilich, das ist eine seltsame Erklärung, denn die Welt ist in ziemlicher Unordnung. Unsere Nation ist krank. Unruhe ist im Land. Verwirrung überall. Es ist eine seltsame Erklärung. Aber irgendwie weiß ich, dass man nur dann, wenn es dunkel genug ist, die Sterne sehen kann. Und ich sehe Gott am Werk in diesem Abschnitt des 20. Jahrhunderts – und zwar so, dass Menschen auf seltsame Weise antworten. Es geschieht etwas in unserer Welt. Große Menschenscharen erheben sich. Wo sie auch sind – sie sind ein Zeichen. Ob sie in Johannesburg (Südafrika), Nairobi (Kenia), Accra (Ghana), New York City, Atlanta (Georgia), Jackson (Mississippi) oder in Memphis (Tennessee) sind – der Schrei ist stets der gleiche: “Wir wollen frei sein!”

Diese Rede wurde veröffentlicht in:
King, Martin Luther: Testament der Hoffnung: letzte Reden, Aufsätze u. Predigten
Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus Mohn. 1981.

Rede in deutscher Übersetzung:
https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004944.html


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