[Zitat] Jordan Peterson – hundert Millionen Tote sind genug

„Die Tatsache, dass die Postmodernisten es wagen, sich als Marxisten zu bezeichnen, ist auch etwas, das ich nicht so sehr intellektuell verwerflich, als vielmehr moralisch abstoßend finde. Und eines der Dinge, die – eines der Dinge, dass die Postmodernisten – postmoderne Neomarxisten immer wieder behaupten, ist, dass sie nichts als Mitgefühl für die Unterdrückten haben.

Und ich würde sagen, dass jeder, der mehr als nur eine oberflächliche Kenntnis der Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts hat und der es wagt, gleichzeitig zu behaupten, dass er Mitgefühl für die Unterdrückten hat und dass er ein Marxist ist, hat seine Ignoranz gegenüber der Geschichte offenbart. Das ist so erstaunlich, dass es tatsächlich eine Art Wunder ist oder eine Art von Böswilligkeit, die so verwerflich ist, dass sie fast unaussprechlich ist.

Denn wir haben das Gleichheitsexperiment im Laufe des Jahrhunderts schon einmal durchgeführt, und wir wissen bereits, was die marxistischen Doktrinen für die unterdrückten Menschen auf der ganzen Welt getan haben, und die Antwort darauf lautete meist: gefangen nehmen, versklaven, einsperren und knechten, sie bis zum Tode arbeiten lassen oder sie hinrichten.

Und soweit ich das beurteilen kann, entspricht das nicht gerade einer Botschaft des Mitgefühls, und deshalb glaube ich nicht, dass die postmodernen Neomarxisten ein Standbein haben, auf dem sie ethisch oder intellektuell oder emotional stehen können.

Und ich denke, dass man ihnen aus einer intellektuellen Perspektive, einer informierten intellektuellen Perspektive, so hart wie möglich nachgehen sollte.

Und dies ist im Grunde ein Krieg der Ideen, und das ist die – es ist die analytische Grundlage, auf der er ausgefochten werden sollte. Und es ist nicht nur ein Krieg der Ideen. Ich denke, er ist einer, der gewonnen werden kann, weil ich glaube, dass vor allem die französischen intellektuellen Postmodernisten ein Rudel von, wie würden Sie sie nennen, sind – nun, wir könnten mit Scharlatanen anfangen, und das ist eine gute Möglichkeit, Pseudo-Intellektuelle wäre auch gut, Missgünstige wäre eine andere.

Und dann würde ich sie auch als höchst betrügerisch in ihren intellektuellen Strategien betrachten, denn fast alle von ihnen waren marxistische studentische Intellektuelle, und sie wussten zu der Zeit, als der Gulag-Archipel herauskam und sogar schon vorher, dass die Alpträume der Sowjetunion und des maoistischen China von solchem Ausmaß waren, dass sie jeden Anspruch auf ethische Rechtfertigung, den die grundlegenden marxistischen Doktrinen jemals zu manifestieren vermochten, völlig entkräftet hatten.

Und so ist es eine, es ist eine No-Go-Zone. Soweit es mich intellektuell betrifft, ist das Spiel vorbei. Wir haben bereits herausgefunden, dass es eine begrenzte Anzahl von Interpretationsmöglichkeiten gibt.

Und wir verstehen auch, warum es sie gibt und wie sie sich entwickelt haben, und aus der Perspektive der politischen Argumentation gibt es im 21. Jahrhundert absolut keine Entschuldigung dafür, die marxistische Doktrin so darzustellen, als sei sie das Beste, dass von den Mitfühlenden eingesetzt wird – das absolut Großartigste, das von den Mitfühlenden für die Unterdrückten eingesetzt werden kann.

Tut mir leid, der Versuch hat nicht funktioniert.
Wir haben hundert Millionen Tote, um es zu beweisen, und das ist genug für mich. Und wenn es für Sie nicht gut genug ist, dann sollten Sie ernsthaft entweder über Ihr historisches Wissen oder über die Moral Ihres Charakters nachdenken.
Das ist also das erste.“

 

Jordan B. Peterson

 

 

Quellennachweis:

Prof. Dr. Jordan Bernt Peterson (1962-),
kanadischer klinischer Psychologe (University of Toronto) und Autor

https://de.wikipedia.org/wiki/Jordan_Peterson


 

Jordan B. Peterson – Postmodern NeoMarxism: Diagnosis And Cure
28.06.2017 | University of Toronto

Talk at a meeting hosted by the University of Toronto’s Students in Support of Free Speech.

Video ab 6min58sek

 


engl. original:

 

„The fact that the postmodernists dare to be Marxists is also something that I find I would say not so much intellectually reprehensible as morally repugnant and one of the things that – one of the things that the post modernists – postmodern Neo Marxists continually claim is that they have nothing but compassion for the downtrodden. And I would say that anybody with more than a cursory knowledge of twentieth century history who dares to claim simultaneously that they have compassion for the downtrodden and that their Marxists are revealing either their ignorance of history. That’s so astounding that it’s actually a form of miracle or a kind of malevolence that’s so reprehensible that it’s almost unspeakable.

Because we already ran the equity experiment over the course of the century and we already know what the Marxist doctrines have done for oppressed people all around the world and the answer to that mostly was imprisoned, enslave, imprison them and enslave them, work them to death or execute them.

And as far as I can tell that’s not precisely commensurate with any message of compassion and so I don’t think that the postmodern Neo Marxists have a leg to stand on ethically or intellectually or emotionally.

And I think that they should be gone on after as hard as possible from an intellectual perspective, an informed intellectual perspective and this is fundamentally a war of ideas and that’s the – that’s the level of analysis that it should be fought upon.

And not only is it a war of ideas, I think it’s one that can be won because I think that the especially the French intellectual post modernists are a pack of what would you call them – well we could start with charlatans and that’s a good one. Pseudo-intellectual would be good, resentful would be another and then I would also consider them highly, they’re highly deceptive in their intellectual strategies because almost all of them were Marxists student intellectuals and they knew by the time the Gulag Archipelago came out and even before that the nightmares of the Soviet Union and Maoist China were of such magnitude that they had completely invalidated any claim to ethical justification that the fundamental Marxist doctrines had ever managed to manifest.

And so it’s an, it’s a no-go zone as far as I’m concerned intellectually the game’s over. We’ve already figured out that there are finite constraints on interpretation and we also understand why those exist and how they evolved and from the perspective of political argumentation there’s absolutely no excuse whatsoever in the 21st century to put forth Marxist doctrines as if they’re the bomb that’s needed by the compassionate – the bomb that’s administered by the compassionate to the downtrodden.

Sorry, tried that didn’t work. We’ve got a hundred million corpses to prove it and that’s plenty for me and if it’s not enough for you well then you should do some serious thinking either about your historical knowledge or about your moral character. So that’s the first thing.“

 


 

Übersetzung:

 

Das Transkript stammt ursprünglich von dieser webseite. Es bezieht sich aber nur auf einen kurzen Ausschnitt aus dem Video, der unter anderen Namen bei YouTube zu finden ist. Dieses Transkript habe ich mit dem Untertitel des kompletten Vortrages, so wie er auf dem Kanal von Jordan B. Peterson zu finden ist, abgeglichen und kleine Fehler korrigiert. Diese Version habe ich dann mithilfe von DeepL übersetzt, mit Google Translate kontrolliert und in eine sinnvolle, lesbare Fassung übertragen.

Übersetzung: skynetblog.de

Hervorhebungen: skynetblog.de

Alle Webseiten auf die in diesem Artikel verwiesen wird, wurden zuletzt am 02.09.2020 abgerufen.

 


 

hundert Millionen Tote

 

Die Aussage von Jordan Peterson hundert Millionen Tote seien genug, bezieht sich auf die Aussage in dem Schwarzbuch des Kommunismus, dass von dem französische Historiker Stéphane Courtois herausgegeben wurde.

Es gehe nicht darum, „irgendwelche makaberen arithmetischen Vergleiche aufzustellen, eine Art doppelte Buchführung des Horrors, eine Hierarchie der Grausamkeit.“ Die rund 100 Millionen Opfer des Kommunismus gegenüber rund 25 Millionen Opfern des Nationalsozialismus seien jedoch ein Faktum. Dieses solle „zumindest zum Nachdenken über die Ähnlichkeit anregen, die zwischen dem NS-Regime, das seit 1945 als das verbrecherischste System des Jahrhunderts angesehen wird, und dem kommunistischen besteht, dessen Legitimität auf internationaler Ebene bis 1991 unangefochten war, das bis heute in bestimmten Ländern die Macht innehat und nach wie vor über Anhänger in der ganzen Welt verfügt.“ Ferner erklärte er: „Die von Lenin erarbeiteten, von Stalin und seinen Schülern systematisierten Methoden lassen an die Methoden der Nazis denken, nehmen sie aber oftmals voraus.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Schwarzbuch_des_Kommunismus

 


 

Jordan Peterson by Gage SkidmoreJordan Peterson speaking at an event in Dallas, Texas.
File: Jordan Peterson by Gage Skidmore
Erstellt: 15. Juni 2018
CC BY-SA 3.0


 

 

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