[Update 2] Entwicklung des Arbeitsmarktes (IFG Antwort)

Am 25. Januar 2017 habe ich den Artikel Die Veränderungen des Arbeitsmarktes und am 03. Februar 2018 das Update Der Glaube der Arbeitsministerin Nahles veröffentlicht.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat inzwischen auf meine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) vom 04.11.2017 geantwortet.
Und am 22.02.2018 war Frau Andrea Nahles (SPD) in der Talkshow Maybritt Illner (ZDF) zu Gast. Das Thema der Sendung: “Digital oder sozial – die Angst um die Arbeit von morgen”.Genug Gründe um das Update zu Updaten.

  • IFG Anfrage vom 04.11.2017
  • Antwort des BMAS vom 20.02.2018
  • Ein Kommentar
  • Drei Zitate (Andrea Nahles bei Maybritt Illner am 22.02.2018)
  • Anmerkung zum Niedriglohnsektor
  • So viele Fragen
  • Quellennachweise und Publikationen zum Thema (PDF Downloads)

Vorbemerkung:

Andrea Nahles war bis zum 28. September 2017 die Bundesministerin für Arbeit und Soziales und ist es inzwischen nicht mehr. Sie ist seit dem 27. September 2017 die Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion und seit dem 22. April 2018 SPD-Vorsitzende.
Der erste Entwurf für diesen Beitrag wurde in diesem Zeitraum verfasst.


IFG Anfrage vom 04.11.2017

Während einer öffentlichen Veranstaltung am 09. Mai 2017 fragte ein Bürger aus dem  Publikum die damalige Ministerin, warum dass von Frau Nahles propagierte “Erwerbstätigenkonto” im Hinblick auf die Arbeitsplatzverluste, die durch die Digitalisierung wegfallen könnten, vorteilhafter sei, als das bedingungslose Grundeinkommen (BGE). Frau Nahles antwortete:

“Ich glaube einfach schlicht und ergreifend an Ihre verkackte Grundthese nicht: das Ende der Arbeit.”
Andrea Nahles (SPD) am 09. Mai 2017 auf der re:publica [Video ab 49min24sek]


Hier meine Anfrage vom 04.11.2017 im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren, bitte senden Sie mir Folgendes zu:

1) Dokumente, aus denen hervorgeht, wie die (ehem) Bundesministerin für Arbeit und Soziales Frau Andrea Nahles zu ihrem Glauben gekommen ist, den sie auf einer öffentlichen Veranstaltung am 09. Mai 2017 folgendermaßen ausdrückte: “Ich glaube einfach schlicht und ergreifend an ihre verkackte Grundthese nicht: das Ende der Arbeit.”
https://re-publica.com/en/17/session/…

2) eine Kopie der Forschungsergebnisse, die belegen können, dass die Untersuchungen von:
The Future of Employment: How Susceptible are Jobs to Computerisation? Dr. Carl Benedikt Frey und Dr. Michael A. Osborne University of Oxford (September 17, 2013) und
Die Roboter kommen 2015 – Folgen der Automatisierung für den deutschen Arbeitsmarkt Carsten Brzeski und Inga Burk ING-Diba Bank Economic Research 30. April 2015
nicht korrekt sind oder nicht mehr aktuell sind.


Antwort des BMAS vom 20.02.2018

(…) vielen Dank für Ihre Anfrage. Aufgrund eines Büroversehens haben wir als mitzuständiges Fachreferat leider erst heute Ihr Schreiben erhalten.

Gerne beantworten wir Ihre Fragen.

In der wissenschaftlichen Literatur sind die Untersuchungsergebnisse von Frey und Osborne stark umstritten, gleichfalls weitere in Folge erschienene Untersuchungen.

Prof. Bonin et al. vom ZEW Mannheim
<ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/gutachten/Kurzexpertise_BMAS_ZEW2015.pdf>
(bitte Link anklicken)
haben die Studie von Frey und Osborne in unserem Auftrag im Jahr 2015 kritisch untersucht; diese schätzten die Folgen der Digitalisierung auf die Beschäftigung und den Wandel der Tätigkeiten wesentlich zurückhaltender ein, insbesondere, weil in erster Linie Tätigkeiten und nicht Berufe automatisiert werden.
In Kapitel 2.1 des Weißbuchs Arbeiten 4.0<http://issuu.com/support.bmasp… (bitte Link anklicken) haben wir vor gut einem Jahr die wissenschaftliche Literatur und unsere Einschätzung hierzu zusammengefasst.

Im historischen Rückblick zeigt sich: Es hat zwar immer wieder längere Phasen hoher Arbeitslosigkeit gegeben, in der Weltwirtschaft, in Deutschland und in anderen Ländern. Es gibt aber keine belastbare Evidenz, dass dies maßgeblich auf den technischen Fortschritt zurückzuführen ist. Im Gegenteil: Seit der industriellen Revolution sind Beschäftigung, Löhne und Wohlstand im Trend gewaltig gestiegen, denn die höhere Produktivität hat zugleich höhere Realeinkommen ermöglicht, was sich positiv auf die Nachfrage ausgewirkt und neue Arbeitsplätze geschaffen hat. Arbeitslosigkeit in Folge des technischen Fortschritts entsteht, wenn Menschen in bestimmten Branchen und Berufen ihre Beschäftigung verlieren und neue Arbeit überwiegend in anderen Branchen, Regionen und Berufen entsteht. Regionale Wirtschaftsförderung kann die Folgen des Strukturwandels mildern. Zentral ist aber, dass die Menschen sich um neue Arbeitsplätze bemühen und vorbeugend ihre Fähigkeiten und Kenntnisse durch regelmäßige Weiterbildung erweitern. Hier sind auch die Unternehmen in der Pflicht. Arbeitsmarktpolitik kann die Menschen dabei unterstützen, einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Was die Digitalisierung betrifft: Die Arbeitslosigkeit in den hochentwickelten Ländern ist derzeit gerade dort niedrig, wo die Digitalisierung besonders fortgeschritten ist. Dies bedeutet nicht, dass Digitalisierung per Saldo sogar positiv für die Beschäftigung ist, sondern eher: dass Arbeitslosigkeit andere Ursachen hat und dass kein Ende der Arbeit droht.

Wir hoffen, Ihnen damit weitergeholfen zu haben. Die verspätete Antwort bitten wir zu entschuldigen.

Mit freundlichen Grüßen


Hervorgehoben von: skynetblog.de
Die Dokumente können unter  info@skynetblog.de  im Original angefragt werden.


Ein Kommentar.

Die Formulierungen “Es gibt kein Ende der Arbeit” oder “dass kein Ende der Arbeit droht” sind als solche ad hominems, Scheinargumente. Es ist der klassische Strohmann, denn niemand hat behauptet, dass es morgen nichts mehr zu tun gäbe, bzw. es keine Arbeit mehr geben wird, sondern dass die Veränderungen des Arbeitsmarktes zu Verlusten von einer bisher unbestimmten Anzahl von Arbeitsplätzen führen könnte.
Das Widerlegen des Strohmannes (das Ende der Arbeit) bedeutet nicht, das die These von dem Wandel des Arbeitsmarktes widerlegt wurde.
Denn das Problem ist nicht, wie es durch die Formulierung suggeriert wird, dass es keine Arbeit mehr geben wird, sondern dass sich der Arbeitsmarkt selbst fundamental verändern könnte.

Es wäre vorausschauend, verschiedene Strategien für den Fall zu entwickeln, dass es zu einer negativen Entwicklung kommt und nicht zu einer positiven, denn die Bundesregierung soll Schaden vom Volk abwenden. Wenn also zum Beispiel die Arbeitskräfte, die durch die Transformation frei werden, nicht mit dem Bedarf des (zukünftigen) Arbeitsmarktes übereinstimmen. Und sie selbst sprechen sich für weitere Forschung diesbezüglich aus, unternehmen aber bisher keine geeigneten Schritte.


Über das Problem der Mittelmäßigkeit in der deutschen Politik:
Warum glauben die Wähler, dass eine Berufspolitikerin, die ihre Magisterarbeit 1999 mit dem Titel “Funktion von Katastrophen im Serien-Liebesroman” geschrieben hat, über die Kompetenzen verfügt, Probleme auf dem Arbeitsmarkt erkennen und bewerten zu können? Welche Qualifikationen in BWL oder VWL hat eine Germanistin? Sie ist Parteisoldatin.


Drei Zitate von Frau Nahles

“Da ist es wichtig, dass wir Analysen machen (…).
Wir haben keine guten Prognoseinstrumente in Deutschland
wohin sich bestimmte berufliche Anforderungen und
Kompetenzanforderungen entwickeln.”

Andrea Nahles (SPD) am 22.02.2018 in der Sendung Maybritt Illner (ZDF)
Video ab Minute 30min00sek


Die Zusammenhänge zwischen Automatisierung, Veränderung von Berufsbildern, Arbeitsplatzverlusten und Arbeitsplatzentstehung werden bisher aber nur unvollständig verstanden. Um abschätzen zu können, wie mögliche Maßnahmen gestaltet sein sollten, ist weitere Forschung notwendig. Dafür braucht es genauere Daten aus den Unternehmen, um den Zusammenhang zwischen technologischem Potential, tatsächlichem Einsatz von Technologien und dessen Folgen für Beschäftigung und Löhne analysieren zu können.

Bonin et al. (2015), Seite ii


Es ist also seit Jahren bekannt, dass weitere Forschung notwendig sei (…). Es ist vielleicht eine positive Wendung, dass es Frau Nahles dann 2018 immer noch wichtig findet, dass mal zu analysieren. Müsste mal jemand machen … Irgendwann.
Diese Wahrnehmungsverzerrung, die eigene Verantwortung, die sie als (*ehem.) Bundesministerin für Arbeit und Soziales in diesen Zusammenhängen hat, nicht zu erkennen oder erkennen zu wollen, erscheint “wunderlich”.


Eine psychologische Analyse der Ministerin.

“Ich behaupte, dass diese apokalyptische Herangehensweise … es tut mir wirklich leid … dieses ganze Negativbild hier, den Leuten unheimlich Angst macht. (…) Ich möchte Ihnen klar sagen, dass ich das ganz schlecht finde, weil das Blockiert.”

Andrea Nahles (SPD) am 22.02.2018 in der Sendung Maybritt Illner
Video ab Minute 30min00sek


Frau Nahles sagt, dass die negativen Bilder der Bevölkerung Angst machen würden.

Ein Ratschlag:
Schon seit dem Mittelalter ist die Wissenschaft ein bewährtes Mittel gegen Vorurteile und Aberglauben. Gegen die Angst könnten also Strategien der Aufklärung angewendet werden, die Hilfe von wissenschaftlicher Analyse entwickelt werden könnten. Dafür benötigen wir aber, wie bereits mehrfach erwähnt, weitere Forschungen… Darüber sind sich die “Experten” einig, aber gehandelt hat das BMAS bisher seit Jahren nicht ausreichend. Aberglauben und Vorurteile können durch das Vermitteln von Wissen wirksam minimiert werden. (Vgl. Empfehlungen des Gutachtens von April 2015)


Mir kommt das Argument sehr bekannt vor. Auch der ehemalige Innenminister Thomas de Maizière hatte dieses Argument auch in seinem Repertoire.
“Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern”. [a]

Das argumentum ad metum [Angstargument] arbeitet mit dem Erwecken von Ängsten und Befürchtungen, die mit einer Position verbunden werden (sollen).
Quelle: de.wikipedia.org [b]

Mit solchen Äußerungen verbreiten Berufspolitiker genau die Angst, vor der sie ihre Schäfchen vorgeblich schützen wollen.


Noch ein kurzer Nebensatz von Frau Nahles, über die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt.

“Es wird keine Möglichkeit geben der Veränderung auszuweichen.”

Andrea Nahles (SPD) am 22.02.2018 in der Sendung Maybritt Illner
Video ab Minute 30min00sek


Einigkeit besteht darin, dass es eine Veränderung geben wird. Aber wahrscheinlich nicht auf dem Arbeitsmarkt. Der Arbeitsmarkt selbst wird sich ändern.
Und diese Veränderung hat schon begonnen und wird sich weiter entwickeln.

Dabei lässt sich nicht vorhersagen, in welchem Umfang, welche Berufe oder Tätigkeiten verloren gehen werden, oder welche neuen Arbeitsfelder entstehen können, denn dieser Prozess ist nicht linear. Es ist eine dynamische Entwicklung. So hilft zum Beispiel die Entwicklung des 3D Druckers wiederum bei der Entwicklung neuer Ideen und beschleunigt somit die weiteren Prozesse. Angenommen, es gäbe während dieser Entwicklungsphase eine Erfindung von der Bedeutung des Mikrochips zu seiner Zeit, das würde den Rahmen (Frame) jeder Vorhersage sprengen.
Die Bertelsmann Stiftung beschreibt es so:

Die Frage nach der Höhe der Arbeitslosigkeit, ja die Arbeitslosigkeit an sich wird
irrelevant. Denn unsere Vorstellung von Arbeit wird sich so grundlegend ändern,
dass es das heutige Konzept von Arbeitslosigkeit nicht mehr gibt.
 
Nahezu einhellig und unabhängig von Alter und Region der Antwortenden, erwarten die Experten eine global steigende Arbeitslosenquote, im Schnitt von heute ca. 6 Prozent (Allen 2015) auf 11 Prozent im Jahr 2020, mit einer kontinuierlichen Steigerung auf 24 Prozent bis 2050.

2050: DIE ZUKUNFT DER ARBEIT  |  Seite 11
https://www.bertelsmann-stiftung.de [c]

Das bedeutet aber nicht, dass wir uns nicht Vorbereiten können. Und neue Analysen könnten helfen, Prioritäten zu definieren und Prognosen zu widerlegen oder zu bestätigen.


Anmerkungen zum Niedriglohnsektor Deutschland.

 

Die Automatisierungswahrscheinlichkeit eines Berufes sinkt mit dem Lohn und dem Ausbildungsniveau. Die Automatisierung könnte also vorwiegend Beschäftigte mit einem niedrigen Bildungsabschluss und Geringverdiener treffen.

Aus der Kurzexpertise Nr. 57 | Bonin et al. | 2015 | Seite 6
(Übertragung der Studie von Frey/Osborne (2013) auf Deutschland)


Im Jahr 2014 waren 22,5 % der Arbeitsplätze in Deutschland, im Niedriglohnsektor angesiedelt. Im Euroraum insgesamt waren es nur 15,9 % im Durchschnitt.[d][e] Damit lag Deutschland auf dem sechsten Platz in der Liste der europäischen Länder, hinter Lettland (Platz 1 mit einem Anteil von 25,5 %), Rumänien, Estland, Polen und Litauen. In dem Westeuropäischen Niedriglohnsektor belegt Deutschland sogar den ersten Platz.[f]

Seit 2015 gibt es eine Massenmigration in den deutschen Niedriglohnsektor, der sich in Lohn- und Ausbildungsniveau von anderen Arbeitsplätzen abgrenzt (s.o.). Wie sich der Niedriglohnsektor in Deutschland weiter entwickeln wird, bleibt von der Bundesregierung unausgesprochen.

Wenn “die Arbeitslosigkeit in den hoch entwickelten Ländern derzeit gerade dort niedrig [ist], wo die Digitalisierung besonders fortgeschritten ist”, stellt sich die Frage, was passiert innerhalb der Europäischen Union, wenn zwar nicht Deutschland, sondern Griechenland oder Italien, Probleme bekommen? Wie wird sich die Digitalisierung auf Europa insgesamt und damit auf die gemeinsame Währung auswirken?

“Zwischen 2004 und 2014 hat sich der Anteil der “working poor” an allen Erwerbstätigen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren verdoppelt.” Knapp 10 Prozent aller Beschäftigten bei uns sind heute arm.
Quelle: www.deutschlandfunkkultur.de [g]


Studie Reallöhne sind seit 1990 um bis zu 50 Prozent gesunken

Ernüchterndes Ergebnis: Ein großer Teil der Beschäftigten verfügt heute über eine geringere Kaufkraft als vor 20 Jahren. Das geht aus einer Untersuchung der Gehälter in den 100 häufigsten Berufen hervor. Die Einbußen im Vergleich zu 1990 liegen bei bis zu 50 Prozent.
Quelle: www.spiegel.de [h]


So viele Fragen
Definition und Diffusion von möglichen Veränderungen (Übersicht)

 

  • technischer Ausbau von Infrastruktur
    • Standorte
    • Breitbandausbau
    • Energiewende
    • Umweltaspekte
  • Ro­bo­ti­sie­rung
    • Maschinen ersetzen Arbeitskraft
    • Logistik, Transport, Fertigung
  • Digitalisierung (Umwandlung)
    • Programme ersetzen Menschen
    • Verwaltung, Behörden
    • Abschaffung des Bargeldes
  • sozialer Wandel
    • kultureller Wandel
    • Lohnentwicklung
    • Arbeitslosigkeit
    • Energiearmut
    • Qualifikationen

Veränderung von Arbeitsplätzen und Tätigkeiten

  • Welche Berufe und welche Tätigkeiten werden betroffen sein?
  • Können wir aus den Arbeitskräften (zum Beispiel Verkäuferinnen) die Freigesetzt werden, den dann neu entstehenden Bedarf an Fachkräften (Softwareentwicklerinnen) befriedigen?
  • Werden die neuen Arbeitsplätze ein Einkommen ermöglichen, von dem eine Familie versorgt werden kann?

Infrastruktur

  • Wo entstehen die neuen Arbeitsplätze? (Standorte)
  • Ist Deutschland in der Lage mit der (internationalen) Entwicklung
    (Beispiel Breitbandausbau) Schritt zu halten?
  • In welchem Zeitrahmen wird was passieren?
  • Welche Größenordnung ist realistisch? (12% – 59%)
  • Wurde die aktuelle Migration berücksichtigt? (Vgl. Kurzexpertise, April 2015, Seite 6)

Veränderungen und Definitionen

  • Wie wird sich der soziale und kulturelle Wandel ausformen?
  • Wie kann auf diese Entwicklung Einfluss genommen werden?

Um abschätzen zu können, wie mögliche Maßnahmen gestaltet sein sollten, ist weitere Forschung notwendig. Dafür braucht es genauere Daten aus den Unternehmen, um den Zusammenhang zwischen technologischem Potential, tatsächlichem Einsatz von Technologien und dessen Folgen für Beschäftigung und Löhne analysieren zu können.
(Bonin et al. 2015 | Seite ii)
Welche Forschung wurde seit April 2015 finanziert?

Mögliche Politikmaßnahmen könnten also im Bereich der Weiterbildung und Umschulung, in der Förderung der betrieblichen Fortbildung und Qualifikation sowie in der Forcierung lebenslangen Lernens liegen.
(Bonin et al. 2015 | Seite ii)

Was wurde in diesem Bereich konkret unternommen?


Die Automatisierungswahrscheinlichkeit eines Berufes sinkt mit dem Lohn und dem Ausbildungsniveau. Die Automatisierung könnte also vorwiegend Beschäftigte mit einem niedrigen Bildungsabschluss und Geringverdiener treffen.

(Bonin et al. 2015 | Seite 6) Kurzexpertise Nr. 57
Übertragung der Studie von Frey/Osborne (2013) auf Deutschland


Letzte Anmerkung:

In der Sendung von Maybritt Illner vom 22. Februar 2018 sprach Frau Nahles in Bezug auf die Untersuchung der Boston Consulting Group, dass 60 % der betroffenen Arbeitsplätze “Hoch qualifizierte” seien.
Die BCG selbst spricht von 60 % Fachkräften. [k] [m] Hier wird wieder einmal deutlich, dass es einen starken Trend gibt, die Probleme durch mehr Diffusion noch undurchsichtiger zu machen. Das führt zu weiterer Frustration bei den Bürgern. Oder die Politiker lesen schlicht die Papiere nicht mehr , die sie zitieren.
Es sind ja auch keine Serien-Liebesromane.


Quellennachweise:

 

Übertragung der Studie von Frey/Osborne (2013) auf Deutschland
(Kurzexpertise Nr. 57)
Im Auftrag des Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Prof. Dr. Holger Bonin, Dr. Terry Gregory, Dr. Ulrich Zierahn
Mannheim, 14. April 2015

Download:
ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/gutachten/Kurzexpertise_BMAS_ZEW2015.pdf


Andrea Nahles (SPD) zu Gast in der Sendung Maybritt Illner (ZDF) am 22.02.2018

https://www.zdf.de/politik/maybrit-illner/digital-oder-sozial-die-angst-um-die-arbeit-von-morgen-sendung-vom-22-februar-2018-100.html


https://de.wikipedia.org/wiki/Nahles


[a]
https://www.welt.de/politik/deutschland/article153706898/De-Maiziere-bereut-Ein-Teil-dieser-Antworten.html

[b]
https://de.wikipedia.org/wiki/Typen_von_Argumenten#Angstargument

[c]
https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/BST_Delphi_Studie_2016.pdf

[d]
https://rp-online.de/wirtschaft/knapp-jeder-vierte-arbeitet-fuer-niedriglohn_aid-17887989

[e]
https://finanzmarktwelt.de/niedrigloehne-in-europa-deutschland-und-grossbritannien-vorne-mit-dabei-48840/

[f]
http://www.dgb.de/themen/++co++4c4fccfc-737a-11e7-b9d0-525400e5a74a

[g]
http://www.deutschlandfunkkultur.de/niedriglohnsektor-deutschland-deine-sklaven.1005.de.html?dram:article_id=394443

[h]
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/studie-realloehne-sind-seit-1990-um-bis-zu-50-prozent-gesunken-a-670474.html

[k]
https://www.zdf.de/politik/maybrit-illner/digital-oder-sozial-die-angst-um-die-arbeit-von-morgen-sendung-vom-22-februar-2018-100.html

[m]
https://www.bcg.com/de-de/d/press/27Nov17_Arbeitswelt-40-178264


Höhe des Mindestlohns im europäischen Vergleich

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/mindestlohn-fast-alle-eu-laender-erhoehen-deutschland-nicht-a-1079837.html

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/37401/umfrage/gesetzliche-mindestloehne-in-der-eu/

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/161881/umfrage/niedriglohnbeschaeftigte-in-deutschland-seit-1995/

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bild-1079837-963023.html


Publikationen zum Thema


The Future of Employment:
How Susceptible are Jobs to Computerisation?
Dr. Carl Benedikt Frey und Dr. Michael A. Osborne
University of Oxford (September 17, 2013)

Download:
The Future of Employmen – September 2013 (PDF, 1,1 MB)


Die Roboter kommen 2015 –
Folgen der Automatisierung für den deutschen Arbeitsmarkt
Carsten Brzeski und Inga Burk
ING-Diba Bank, Economic Research 30. April 2015


Übertragung der Studie von Frey/Osborne (2013) auf Deutschland
(Kurzexpertise Nr. 57)
Im Auftrag des Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Prof. Dr. Holger Bonin, Dr. Terry Gregory, Dr. Ulrich Zierahn
Mannheim, 14. April 2015

Download:
ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/gutachten/Kurzexpertise_BMAS_ZEW2015.pdf


2050: Die Zukunft der Arbeit.
Ergebnisse einer internationalen Delphi-Studie des Millennium Project.
Dr. Ole Wintermann und Cornelia Daheim
Bertelsmann Stiftung und Future Impacts Consulting
März 2016 (1. Auflage)
Lizenz
Die Studie „2050: Die Zukunft der Arbeit“ steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY-NC-SA 4.0). Details zur Lizenz finden Sie unter der URL https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/.

Schöne neue Arbeitswelt 4.0?
Was wir tun müssen, damit uns die Arbeit nicht ausgeht
Heinrich Rentmeister, Dr. Andreas Jentzsch, Patrick Bauer, Tim Arnold de Almeida,
Dr. Danyal Bayaz
The Boston Consulting Group (BCG), November 2017

https://www.bcg.com/de-de/d/press/27Nov17_Arbeitswelt-40-178264

Pressemitteilung:
http://image-src.bcg.com/Images/BCG_PM_Arbeitswelt%204_0_PM2_tcm108-178359.pdf

Download:
https://www.bcg.com/Images/27Nov_Report_Arbeitswelt4.0_tcm108-178261.pdf


Digitalisierung der Wirtschaft
Achim Berg, Bitkom Präsident
Berlin, 28. November 2017

 

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