[Zitat] Douglas Murray über das Verschwinden von privater Kommunikation

„(…) Einen Aspekt beschreibe ich in meinem Buch „Wahnsinn der Massen“ und zwar das Verschwinden von privater und öffentlicher Rede. Jetzt ist jede Rede immer und jederzeit potentiell für die ganze Welt. Unser ganzes Leben lang konnten wir, bis vor etwa zwei Jahren, noch zwischen privater und öffentlicher Kommunikation unterscheiden. Ein Zeitungsartikel zum Beispiel war öffentliche Kommunikation und eine Unterhaltung mit einem Freund eine private. Aber das Aufkommen der sozialen Medien hat das beschädigt, so dass jetzt eine vielleicht missglückte private Konversation eine Sache öffentlichen Interesses werden kann, sogar dann, wenn man eigentlich keine öffentliche Person ist.

Das ist eine sehr wichtige Veränderung für unsere Spezies in Sachen Kommunikation. Es bedeutet, dass Leute, die sich dessen sehr bewusst sind, besonders junge Leute, mittlerweile immer versuchen, so zu sprechen wie es ihrer Vorstellung nach von allen akzeptiert werden kann.

In diesem Kommunikationsprozess versuchen sie, ihrer Rede einen universellen Aspekt zu geben, der in Antirassismus, Antisexismus, Antihomophobie und vielem mehr besteht. Das basiert aber nicht auf Vereinbarungen. Das Ganze bleibt hochgradig widersprüchlich, sogar in sich selbst. Und es beruht auf einer unfassbar dürftigen Denkweise, die sich seit den späten siebziger Jahren in einem Teil der amerikanischen Universitäten herausgebildet hat und unter dem hässlichen Begriff Intersektionalismus firmiert. Dieser Intersektionalismus hat einiges zur Verfügung gestellt, auf das sich die modernen „Woke“-Aktivisten berufen.

Ich sollte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass eine ganze Reihe von Denkrichtungen eingeflossen sind. Eine davon ist eine Form des Vulgärmarxismus, besonders die Vorstellung, dass ein sinnvolles Leben aus zahllosen, endlosen Kämpfen gegen Unholde bestehen sollte, Unholde, die tatsächlich existieren, die aber in ihrer Bedeutung übertrieben werden müssen, um sich selbst als tapferer Krieger gegen sie präsentieren zu können.“

Douglas Murray

(mehr …)

Die SPD und die Vereinigten Staaten von Europa

Berliner Programm der SPD (1989)

Die Vereinigten Staaten von Europa, von den Sozialdemokraten im Heidelberger Programm 1925 gefordert, bleiben unser Ziel. Die demokratischen Staaten müssen ihre Kräfte bündeln, um sich selbst zu behaupten, aber auch, um auf eine gesamteuropäische Friedensordnung hinzuwirken. Die Europäische Gemeinschaft ist ein Baustein einer regional gegliederten Weltgesellschaft. Sie ist eine Chance für den Frieden und die soziale Demokratie. Ganz Europa muß eine Zone des Friedens werden.

Seite 16

Wir wollen die Europäische Gemeinschaft zu den Vereinigten Staaten von Europa weiterentwickeln, in denen die kulturelle Identität der Völker bewahrt, sprachlich-kulturelle Minderheiten respektiert und für alle Bürger gleiche Freiheiten und gleiche Entwicklungschancen gesichert werden. Dies verlangt volle Rechte für das Europäische Parlament, eine handlungsfähige, parlamentarisch verantwortliche Regierung, klar umrissene Zuständigkeiten und europäische Wirtschaftsdemokratie. Wir wollen eine sozialstaatliche Ordnung in ganz Europa.

Seite 17

Wir wollen die Europäische Gemeinschaft zu den Vereinigten Staaten von Europa weiterentwickeln. Durch die Übertragung von Hoheitsrechten auf die EG gemäß Artikel 24 des Grundgesetzes ist der herkömmliche Staatsaufbau bereits ergänzt worden. Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinschaft sollen an deren Entscheidungen mitwirken können. Aus einer Wirtschaftsgemeinschaft muß ein Europa der Bürger werden, in dem die Staatsangehörigkeit nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Unser Ziel ist eine Verfassung für die Gemeinschaft, die Demokratie mit den Grundsätzen des Rechts- und Sozialstaates verbindet.

Seite 49

Berliner Programm der SPD (1989)

https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Beschluesse/Grundsatzprogramme/berliner_programm.pdf


Hamburger Programm der SPD (2015)

Schon 1925 setzte sich die Sozialdemokratie mit der Forderung nach den Vereinigten Staaten von Europa für die europäische Einheit ein. Was damals unerreichbar schien, ist heute Wirklichkeit: Die europäische Einigung nach zwei Weltkriegen hat die friedlichste Periode in der Geschichte unseres Kontinents ermöglicht.

Seite 26

Hamburger Programm der SPD (2015)

https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Beschluesse/Grundsatzprogramme/hamburger_programm.pdf


Heidelberger Programm der SPD (1925)

Als Mitglied der Sozialistischen Arbeiter-Internationale kämpft die Sozialdemokratische Partei Deutschlands in gemeinsamen Aktionen mit den Arbeitern aller Länder gegen imperialistische und faschistische Vorstöße und für die Verwirklichung des Sozialismus. (…)

Sie tritt ein für die aus wirtschaftlichen Ursachen zwingend gewordene Schaffung der europäischen Wirtschaftseinheit, für die Bildung der Vereinigten Staaten von Europa, um damit zur Interessensolidarität der Völker aller Kontinente zu gelangen.

Seite 9 + 10

Heidelberger Programm der SPD (1925)

https://www.spd-trier-mitte.de/dl/Das_Heidelberger_Programm.pdf



Grundsatzprogramme der SPD im Überblick (seit 1869)

https://www.spd.de/partei/organisation/das-grundsatzprogramm/


Die Forderung nach den Vereinigten Staaten von Europa wiederholte Martin Schulz in seiner Rede beim SPD-Bundesparteitag in Berlin am 07. Dezember 2017 ein weiteres Mal.


 

[Studie] Politische Vielfalt in der Sozial- und Persönlichkeitspsychologie


Politische Vielfalt in der Sozial- und Persönlichkeitspsychologie

Abstract:

Ein Mangel an politischer Vielfalt in der Psychologie soll zu einer Reihe schädlicher Folgen führen, darunter voreingenommene Forschung und aktive Diskriminierung von Konservativen. Wir haben eine große Anzahl (kombinierte N = 800) von Sozial- und Persönlichkeitspsychologen befragt und mehrere interessante Fakten entdeckt.

  • Erstens, obwohl sich nur 6% als konservativ „insgesamt“ bezeichneten, gab es eine größere Vielfalt politischer Meinungen zu Wirtschaftsfragen und Außenpolitik.
  • Zweitens haben die Befragten den Anteil der Konservativen unter ihren Kollegen deutlich unterschätzt.
  • Drittens befürchten Konservative negative Konsequenzen, wenn sie ihren Kollegen ihre politischen Überzeugungen preisgeben.

Letztendlich haben sie Recht:
Viele Sozial- und Persönlichkeitspsychologen gaben an, dass sie bei Entscheidungen, die von der Überprüfung eines Papers (Artikels) bis hin zur Einstellung reichen, offen ihre konservativen Kollegen diskriminieren würden. Je liberaler die Befragten waren, desto häufiger sagten sie, dass sie diskriminieren würden.

Übersetzung: skynetblog.de
Hervorhebungen: skynetblog.de

(mehr …)

[Zitat] Jordan Peterson – hundert Millionen Tote sind genug

„Die Tatsache, dass die Postmodernisten es wagen, sich als Marxisten zu bezeichnen, ist auch etwas, das ich nicht so sehr intellektuell verwerflich, als vielmehr moralisch abstoßend finde. Und eines der Dinge, die – eines der Dinge, dass die Postmodernisten – postmoderne Neomarxisten immer wieder behaupten, ist, dass sie nichts als Mitgefühl für die Unterdrückten haben.

Und ich würde sagen, dass jeder, der mehr als nur eine oberflächliche Kenntnis der Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts hat und der es wagt, gleichzeitig zu behaupten, dass er Mitgefühl für die Unterdrückten hat und dass er ein Marxist ist, hat seine Ignoranz gegenüber der Geschichte offenbart. Das ist so erstaunlich, dass es tatsächlich eine Art Wunder ist oder eine Art von Böswilligkeit, die so verwerflich ist, dass sie fast unaussprechlich ist.

Denn wir haben das Gleichheitsexperiment im Laufe des Jahrhunderts schon einmal durchgeführt, und wir wissen bereits, was die marxistischen Doktrinen für die unterdrückten Menschen auf der ganzen Welt getan haben, und die Antwort darauf lautete meist: gefangen nehmen, versklaven, einsperren und knechten, sie bis zum Tode arbeiten lassen oder sie hinrichten.

Und soweit ich das beurteilen kann, entspricht das nicht gerade einer Botschaft des Mitgefühls, und deshalb glaube ich nicht, dass die postmodernen Neomarxisten ein Standbein haben, auf dem sie ethisch oder intellektuell oder emotional stehen können.

Und ich denke, dass man ihnen aus einer intellektuellen Perspektive, einer informierten intellektuellen Perspektive, so hart wie möglich nachgehen sollte.

Und dies ist im Grunde ein Krieg der Ideen, und das ist die – es ist die analytische Grundlage, auf der er ausgefochten werden sollte. Und es ist nicht nur ein Krieg der Ideen. Ich denke, er ist einer, der gewonnen werden kann, weil ich glaube, dass vor allem die französischen intellektuellen Postmodernisten ein Rudel von, wie würden Sie sie nennen, sind – nun, wir könnten mit Scharlatanen anfangen, und das ist eine gute Möglichkeit, Pseudo-Intellektuelle wäre auch gut, Missgünstige wäre eine andere.

Und dann würde ich sie auch als höchst betrügerisch in ihren intellektuellen Strategien betrachten, denn fast alle von ihnen waren marxistische studentische Intellektuelle, und sie wussten zu der Zeit, als der Gulag-Archipel herauskam und sogar schon vorher, dass die Alpträume der Sowjetunion und des maoistischen China von solchem Ausmaß waren, dass sie jeden Anspruch auf ethische Rechtfertigung, den die grundlegenden marxistischen Doktrinen jemals zu manifestieren vermochten, völlig entkräftet hatten.

Und so ist es eine, es ist eine No-Go-Zone. Soweit es mich intellektuell betrifft, ist das Spiel vorbei. Wir haben bereits herausgefunden, dass es eine begrenzte Anzahl von Interpretationsmöglichkeiten gibt.

Und wir verstehen auch, warum es sie gibt und wie sie sich entwickelt haben, und aus der Perspektive der politischen Argumentation gibt es im 21. Jahrhundert absolut keine Entschuldigung dafür, die marxistische Doktrin so darzustellen, als sei sie das Beste, dass von den Mitfühlenden eingesetzt wird – das absolut Großartigste, das von den Mitfühlenden für die Unterdrückten eingesetzt werden kann.

Tut mir leid, der Versuch hat nicht funktioniert.
Wir haben hundert Millionen Tote, um es zu beweisen, und das ist genug für mich. Und wenn es für Sie nicht gut genug ist, dann sollten Sie ernsthaft entweder über Ihr historisches Wissen oder über die Moral Ihres Charakters nachdenken.
Das ist also das erste.“

 

Jordan B. Peterson

 

(mehr …)